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Bericht 2008

Volkslauf mit Luxusproblem und Notbremse

Bad Salzuflen Marathon mit 1500 Startern ausverkauft

Starker Auftritt von Endspurt OWL

Quest-Altrogge siegt zum sechsten Mal über zehn Kilometer

Der Bad Salzuflen Marathon hat ein Luxusproblem. Während bundesweit andere Volksläufe in dieser Größenordnung über rückläufige Teilnehmerzahlen jammern, wurde der Lauf im letzten Jahr förmlich überrannt. Deshalb hat der Ausrichter LC 92 Bad Salzuflen dieses Jahr die „Notbremse“ gezogen. Erstmals wurde die Teilnehmerzahl auf 1500 Starter begrenzt. Am Samstag gab es am Obernberg einige traurige Gesichter von Läufern, die noch auf eine kurzfristig freiwerdende Start-Nr. hofften und enttäuscht wurden.
Start 10km Jogginglauf
Der Baukastenlauf ist nach dem Hermannslauf der beliebteste Landschaftslauf in Ostwestfalen und lockt Sportler aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland an.

Temperaturen um die zehn Grad und viel Sonnenschein sorgten für gute äußere Bedingungen. Die Strecke war in sehr gutem Zustand. Daran konnten auch eine frühmorgendliche „Sabotage“ nichts ändern. Störenfriede hatten im Schutze der Dunkelheit zahlreiche Pfeilmarkierungen verwischt. Um den groben Umfug auf die Spitze zu treiben, führte zudem ein neuer Pfeil aus Sägespänen in tiefen, morastigen Boden. Nur gut, dass aufmerksame Streckenposten die falsche Markierung entdeckten und mit Schaufel und frischer Kreide die Fehler beheben konnten.

Auf der StreckePersönliche Bestzeiten waren aber trotzdem nicht zu erwarten. Das steht in Bad Salzuflen aber auch nicht im Vordergrund. Der Baukastenlauf ist ein Erlebnislauf mit abwechslungsreicher Naturstrecke und individuellen Trainingsmöglichkeiten.

Den Marathon entschied erstmals Sascha Velten vom Lüttringhauser TV für sich. Der Ultraläufer aus Remscheid trainiert zur Zeit für die Deutsche Meisterschaft im 100-Kilometer-Lauf. Der Bad Salzuflen Marathon war für ihn eine Härtetest, um die Form und das Tempogefühl zu überprüfen. Seine angepeilte Zeit von 2:48 Stunden konnte er um knapp vier Minuten unterbieten. Ein gutes Zeichen für die Deutsche Meisterschaft im April. Auf Platz kam Mathias Nahen vom TV Jahn Bad Driburg durchs Ziel. Robert Scholz (Die Unbestechlichen) war dieses Jahr zwei Minuten schneller als 2006. Der Lohn: Nach dem vierten Platz vor zwei Jahren schaffte er es als Dritter aufs Treppchen.

Bei den Damen trat die mehrfache Siegerin Nicole Bornhuetter nicht an. Auch die 14-fache Deutsche Meisterin Birgit Lennartz kam nicht ins Ziel. Eine starke Erkältung zwang sie dazu, aus dem Lauf auszusteigen. Die Gunst der Stunde nutzte Anja Bitter vom SC Melle 03. Sie gewann mit deutlichem Vorsprung vor Silvia Rusche ((TuS Sythen) und Simone Hamann ( Ski-Club Springe).

Die beliebteste Distanz war in diesem Jahr der Lauf über 26-Kilometer. Fast ein Drittel der Finisher trat auf dieser Strecke an. Für den Vorjahresersten Stephan Schröder reichte es diesmal nicht ganz zum Sieg. Der Triathlet vom TSVE 1890 Bielefeld musste sich knapp Uwe Kramp (Endspurt OWL) Verpflegung im Waldgeschlagen geben. Auf der 18-Kilometer-Strecke lief ebenfalls ein Starter von „Endspurt OWL“ auf Platz eins. Thomas Grotendiek kam mit über drei Minuten Vorsprung vor Sebastian Kalinski (TG Werste) und seinem Vereinskollegen Martin Brand durchs Ziel. Grotendiek hatte bereits im Vorjahr den zweiten Platz auf dieser Distanz geschafft. Den Erfolg für „Endspurt OWL“ perfekt machte Martina Sohl. Sie konnte sich bei den Damen gegen Sandra Lüring (Marathon Steinfurt) und Margret Wiegmann (Lübbecke) durchsetzen.

Beim 10 Kilometer Volkslauf führt seit Jahren kein Weg an Katjana Quest-Altrogge vorbei. Die Lokalmatadorin lief zum sechsten Mal in Folge souverän als erste Frau durchs Ziel. Ihre Vereinskollegin von der TG Lage Juliane Brokmann erreichte Platz drei. Auch bei den Männern siegte ein heimischer Athlet. Oliver Völkner von der LG Lage-Detmold verwies knapp Dominik Treuherz, der im Herbst bei der Triathlon WM in Hamburg Vizeweltmeister seiner Altersklasse wurde, auf den zweiten Platz. Teilnehmerstärkste Gruppe waren Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums Werl-Aspe. Der Start beim Volkslauf stand im Rahmen des Sport-Leistungskurses auf dem Programm.

Die im Rahmen des Zehn-Kilometer-Laufes veranstaltete "Salomon-Sprintwertung" gewannen ebenfalls Oliver Völker und Katjana-Quest-Altrogge. Sie erhielten für die schnellste Zeit auf dem ersten Kilometer jeweils ein Paar hochwertige Salomon-Laufschuhe.

 

Marathon-Splitter:

Schneller Walker:

Sascha Nicolaisen walkt in einer anderen Dimension. Mit einer Zeit von 56:10 Minuten kam er souverän als erster Walker durchs Ziel. Das Geheimnis seines Erfolges ist eine spezielle Technik, das sogenannte „Speed Walking“ (Mehr dazu auf seiner Homepage www.speedwalking.de). Wäre der schnelle Geher beim Volkslauf angetreten, hätte er sogar rund 75 Läufer hinter sich gelassen.
 

Schneller Ergebnisdienst:

Das EDV-Team rund um Matthias Probst war noch nie langsam bei der Veröffentlichung der Ergebnisse auf www.lc92.de. Aber dieses Jahr haben sie den Turbo gezündet. Bereits ab 14:00 Uhr, also während die Veranstaltung noch lief, standen die ersten Listen im Netz. Webmaster Harald Kohls hatte sich extra dafür einen Tag lang UMTS freischalten lassen und konnte so blitzschnell per Laptop und Funk die Daten veröffentlichen.
 

Schnelle Weltmeisterin:

Als Weltmeisterin ihrer Alterklasse über 100 Kilometer ging Marianne Dahl an den Start. Die Ausdauersportlerin aus Großburgwedel hatte im letzten Herbst im niederländischen Winschoten den Titel errungen. Kein Wunder, dass sie auch in Bad Salzuflen über vergleichsweise kurze 42,2 Kilometer in der Altersklasse W 65 siegte.
 

Frühe Wanderer:Erdkrötenzaun mit Fangeimer des BUND e.V.

So früh wie noch nie waren zahlreiche „Wanderer” beim Bad Salzuflen Marathon unterwegs. Leider hielten sie sich nicht an die Streckenmarkierungen und wollten entlang der Exterschen Straße den Laufkurs überqueren. Gut, dass der Bund für Umwelt und Naturschutz schon die entsprechenden Fangzäune aufgestellt hatte. Sonst wären die wandernden Erdkröten wohl unter den ein oder anderen Laufschuh geraten.

 

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Seite aktualisiert: 14.03.2010